Life Is Messy!!

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich das Leben mental auf Abstand halte. So als ob ich damit irgendwas kontrollieren könnte, frei wählen, was ich will und was ich nicht will.

Und zugleich glaube ich, dass es genau dadurch zu diesem Gefühl von Abgetrenntsein, von nicht ganz Dabeisein kommt, dieses - ja, das Leben erleben, ganz viel Tun und Machen; und auch Sein - und dennoch nicht ganz da sein.

Als ob es da einen Widerstand gibt. Einen unbewussten Widerstand, sich ganz und voll einzulassen.

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Heute früh war ich wieder im Wald. Im wunder-wunderbaren Wald direkt hinter meinem Haus. Direkt hinter meinem Haus. Ich habe meinen Körper bewegt, geschüttelt, bin gerannt, gehüpft, und bin zu dem Baum gegangen, zu diesem einen Baum, zu dem es mich hinzieht.

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Und dann ist es wie ein Gebet.

Ich bin da. Ich bin da.

Heute stieg Traurigkeit auf, Sehnsucht.

Und meine Hände bewegen sich zum Boden.

Berühren das nasse, kalte Winterlaub, das da liegt.

Und der Verstand sagt: “Stopp, da wird du doch schmutzig!”  

Und die Wahrheit ist: “Life is messy, down and dirty!”

Und irgendwie löst sich der Widerstand.

Der Widerstand, meine Hände schmutzig zu machen, der Widerstand, die Feuchtigkeit, Nässe und den Dreck des Waldes, der Erde direkt an meiner Haut zu spüren.

Und ich halte das Laub, ich spüre das Moos des Baumstammes, am Stock der da liegt, und etwas wird wieder ganz unmittelbar.

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Ich bin da. Ich bin Teil von. Ich bin Eins - mit dem Wald. Mit Erde, Dreck und tiefster Schönheit. In tiefer Dankbarkeit für diesen wunderschönen Wald verneige ich mich vor dem Sein.

Der erdig-feuchte, faulige Geruch des nassen Laubes und der Erde - er bringt mich zu Weinen und es ist wie Heimkehren.

Ein erleichtertes sich Lösen und in den Kontakt kommen. Mit Mutter Erde. Mit mir. Mit irgendeinem Teil, der ganz tief und direkt im Kontakt ist. Ich rieche das Laub in meinen Händen und das ist wunder-, wunderbar.

Danke!